Ork World Championship 2004


Letztes Update: 09. 01. 2005

Ork am Lagerfeuer
Zeichner: Andreas Rabenstein
Die Entscheidung ist gefallen: Christian Hagenah alias Hägar hat den alten Weltmeister abgelöst. Herzlichen Glückwunsch!

Die Partie war recht ausgewogen. Das sieht man auch am Endstand. 7 Spieler in der Gollumtabelle zwischen 6200 und 8000 Punkten hat man selten. Es waren halt Meister am Werk. Und insbesondere einer, der besonders treu an Khurrad glaubte, was ihm dann auch die Weltmeisterschaft einbrachte.

Ich habe die Mitspieler gebeten, ihre Eindrücke zu schildern. Das ist das, was die Partieteilnehmer dazu zu sagen hatten:

Der Hochkönig:

Da habe ich jetzt gewonnen, obwohl ich mich erst gar nicht anmelden wollte. Ich dachte, ich hätte zuwenig Zeit für 7-Tage-ZAT-Orkpartien - und da hatte ich auch recht. Doch Luzifer (143) hat mich dann überredet. In der Vorrunde habe ich entsprechend mit niemandem Kontakt aufgenommen - das sparte eine Menge Zeit.

Doch jetzt zur Endpartie. Gebirge ist nicht gerade mein Lieblingsterrain, doch dann entwickelte sich die Partie sehr positiv. In Jahr 2 entdeckte ich Sambalia. In Jahr 7 bekam ich den CH Befehl, was mir UHs, eine hohe BK und entsprechend viel Gold über Karawanen einbrachte.

Als erstes legte sich Nikrinus (210) mit mir an, den ich dann auch gleich vergiftete - was jedoch nicht als Echtspielerkill zählte, da er in der Runde ausschied. In Jahr 14 plünderte ich Yog Narbenstunk (291), um die WN 80 Grenze zu durchbrechen. Im gleichen Jahr war ich erstmal auf dem ersten Platz der Gollum-Neidtabelle, und den wurde ich auch nicht mehr so schnell wieder los. In Jahr 15 plünderte ich Zovnukh Goblinlügner (111) wegen der Unterhäuptlinge der und Produkte. In Jahr 16 plünderte ich Orkati (25), da ich mich schon sehr früh bei ihm unbeliebt gemacht hatte und keinen Ärger später wollte.

In Jahr 17 machte ich einen entscheidenden Fehler in der Partie: ich griff Steuereintreiber (33) an anstelle von Drarukh Pockenmakler (369). Ich war am Schwanken und entschied mich falsch. Das führte zu einem Krieg mit Steuereintreiber bis Jahr 23. Auf mich prasselten ab diesem Moment die negativen Zaubersprüche nur so ein: Schlammzeit, Revolution, magischer Raubzug, Weyleths Fluch usw. Man sollte wirklich jede Runde eine Antimagie sprechen, wenn man zu viele Feinde hat...

In Jahr 23 versuchte Steuereintreiber, mich mit Scheinfrosch und HL zu unterwerfen, doch ich überlebte knapp. Ab Jahr 24 hatte ich Friede mit Steuereintreiber (und auch allen anderen Spielern). Ich nutze die Zeit, um meinem Stamm wieder auf Vordermann zu bringen. Im Jahr 26 sah ich die Chance auf einen Glaubenssieg und probierte es - sehr knapp aber erfolgreich.

Insgesamt empfand ich die Partie als zu friedlich - keiner wollte was riskieren. Wenn 4 andere bis Jahr 16 auch jeweils 4 Echtspieler umgebracht hätten, wären wir schon da nur noch zu fünft gewesen.

Danke an alle Mitspieler - es hat viel Spaß gemacht, mit euch zu spielen. Und ganz speziellen Dank an Thomas für die Entwicklung des Orkprogramms und die Ausrichtung des OWC 2004!

Ich denke, das war meine letzte Orkpartie. Noch alles Gute.

Karl Mork (10):

Für einen schonungslosen Rückblick finde ich es eigentlich noch zu früh. Man will ja noch nicht alles preisgeben, solange man noch nicht zum Weltmeister gekrönt wurde. Trotzdem ein paar Impressionen:

Die Anfangsphase war bei mir recht durchwachsen. Ein gewisser Bitork befand es gleich zweimal für notwendig, mich zu unterjochen. Wirtschaftlich lief es aber einigermaßen. Als Ebenenstamm kann man sogar ohne Nothilfe klarkommen. Leider haben dann mehrere Stämme, zu denen ich recht gute Beziehungen unterhielt, entweder freiwillig kapituliert oder wurden von Haegar gekillt (oder beides gleichzeitig).

Ein Schweinepriester im Jahr 12 bot eine schöne Gelegenheit zum Bau einiger Extra-Missionen. Nachdem die Burg rasch auf BK 5 erweitert war, wäre theoretisch sogar ein Glaubenssieg drin gewesen, auch wenn der ein oder andere Mitork seine Ablehnung dieses Vorhabens durch einen Khurrads Hammer zum Ausdruck brachte. Die Glaubensstrategie hatte sich allerdings erledigt, als Piruhai Aschengrimm (der tote Ork aus 283) seinen Daseinszweck darin zu sehen begann, Schleifer zu produzieren und sie mir reinzudrücken. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt schon mit Drarukh Pockenmakler und Ragor Steißkocher beschäftigt.

Ich glaube, niemand ist so oft belagert worden wie ich. Mein kampfgehärtetes Heer hat natürlich alle Mordversuche gekonnt abgewehrt, ob nun mit 300 Prozent oder mit 1 Promille HS-Überlegenheit. Insgesamt eine sehr spannende Partie, die auch mit der orktypischen Prise Lug und Trug gewürzt war bzw. ist.

Sotoyoshi (16):

Die Startauswertung war für mich ein kleiner Schock, da ich ungerne als Gebirgsspieler in die Endrunde starten wollte. Aber Khurrad hatte nun einmal entschieden, und so galt es, das Beste daraus zu machen (mittlerweile hat mir ein gutmütiger Ex-Mitork ja zum Wald verholfen). Für mich vergleichsweise unerfahrenen Spieler war der Spielverlauf dann eher untypisch. Die Entwicklung schien insgesamt langsamer zu verlaufen als ich es gewohnt war, es gab kaum Mysterien und der Dungeon erweckte den Eindruck, extra für die OWC entworfen worden zu sein. Im Rückblick hat dies das Spiel aber interessanter und anspruchsvoller gemacht. Überraschend auch, dass das Spiel bis über Jahr 20 hinaus nach meiner Empfindung recht konfliktarm verlaufen und die übliche anonyme Agitation in der Auswertung nahezu vollständig ausgeblieben ist. Aber an beidem bin ich schließlich auch nicht ganz unschuldig.

Besonders gefallen hat mir aber das insgesamt wohl recht hohe Spielniveau, die Herausforderung durch und Zusammenarbeit mit vielen sehr guten Spielern. Einige Errungenschaften von Konkurrenten sind mir immer noch ein kleines Rätsel, so z.B. die beeindruckenden Produktvorräte von Wolfgang alias Steuereintreiber, der das Erreichen der D-Produkte schon jetzt direkt vor Augen hat.

Steuereintreiber (17):

Nach einigen frühen Rücktritten gleich zu Beginn der Partie war für mich in diesem OWC schnell klar, dass hier wirklich nur noch sehr gute Spieler dabei waren, die jeder schon unzählige Erfahrungen und Siege aufweisen konnten. Nach einem für mich gewohnt guten Start bis etwa Jahr 10 rechnete ich mir auch gute Chancen aus, da ich in Ruhe gelassen wurde und mich fein entwickeln konnte. Lediglich die umständliche Queste machte mir etwas Sorgen, da ich (aber anscheinend auch die anderen) hier nicht so richtig vorangekommen war.

Überrascht haben mich dann vor allem die ultrafrühen C-Produkte bereits in Jahr 15 von Torsten (369). Er konnte diesen Vorteil leider nicht umsetzen, da seine Angriffe mehrmals gescheitert waren. Wohl auch deshalb, weil zuviel hinter den Kulissen ablief. Ab da war auf jeden Fall klar, dass dies eine verdammt schwierige Partie werden würde. Für meinen Stamm lief es (abgesehen vom Terrainlord und den damit verbundenen großen Produktmengen) nicht mehr gut weiter, Hägar drehte vorne seine Runden, und ich hielt mich mit dummen und unnötigen Scharmützeln mit Frank (257) und schließlich Christian (Hägar, 226) auf. Zumal ich die Gefahr der Mauschelei fast bis zuletzt unterschätzt habe, da auf diese Weise zuviele Informationen über einen selbst an andere Spieler und vor allem Gegner flossen. Manch einer konnte sich hier auf wundersame Weise wehren.

Letztendlich bin ich aber selbst schuld, da ich vor allem vor Jahr 20 nicht immer mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln angegriffen habe. Denn wenn man angreift, soll man angreifen mit allem, was möglich ist. Auch wenn man das Risiko eingeht, dass man daheim nicht mehr allzu sicher steht. Aber da einige eh nur gemauert haben, wäre das Risiko wohl kalkulierbar gewesen.

Das ist mir auch bei einigen anderen Spielern aufgefallen, die sich hier öfters vergeblich die Zähne ausgebissen haben. Als dann mein Angriff auf Hägar trotz Scheinfrosch und HL gescheitert war und ich meine besten Helden verloren hatte, hatte ich nur noch eine Chance über meine guten Produktvorräte, die ich stetig ausbauen konnte. Nur hat mir 2x der Zufall einen Streich gespielt, das Sonderereignis "Eisen zu Gold" hat mich etwa 5000 Eisen gekostet, mit denen ich ziemlich nah an den D-Produkten gewesen wäre.

Letztendlich hat meiner Meinung nach zu Recht und völlig verdient Hägar gewonnen, auch wenn am Schluss natürlich die nötige Portion Glück dazugehört. Manche Spieler haben sich viel zu lange aus Kämpfen herausgehalten (ich nenne hier nur Hans-Peter (143), Peter (79) und Alexander (49)), als dass sie einen Sieg verdient hätten. Wenn man erst nach Jahr 20 aktiv wird, soll man auch nicht gewinnen. Und Hägar hat sich nicht nur bei meinen Angriffen, sondern auch z.B. gegen 363 äußerst erfolgreich gewehrt!

Damit herzlichen Glückwunsch an Christian! Zumal er im ersten OWC 2000 keinerlei Chance hatte, sein wahres Können zu zeigen. Ich werds weiter probieren, sofern Thomas weiterhin gewillt ist, einen OWC zu leiten! Alles in allem fand ich den OWC eine wahnsinnig spannende Partie, am Ende fehlte mir wohl auch etwas die Zeit, um mich mehr mit den anderen Spielern auszutauschen und selbst aktiv zu "mauscheln".

Leider wird das nichts mehr werden. Ich habe mich seit Ende 2004 nach ca. 18 Jahren Spielleitung zurückgezogen. Aber ich hoffe sehr, daß sich weiterhin Leute finden, die Orkspiele leiten. Wolfgang macht ja einen sehr guten Job und hat noch einige Jahre vor sich, um mich einzuholen.

Jedenfalls war es eine spannende Partie. Sie begann verhalten und war von Vorsicht geprägt, aber das gab vielen die Chance, Stämme zu entwickeln, von denen sie ansonsten nur träumen. Mein Tip war übrigens Steuereintreiber, aber Hägar hat mich dann eines Besseren belehrt und völlig zu Recht gewonnen. Eigentlich kann man in Ork auch gar nicht zu Unrecht gewinnen: der Erfolg begründet den Erfolg in diesem Spiel.

Zur Zeit bastele ich an meinem Lieblingsprojekt: die Umsetzung von Ork als nicht elektronisches Spiel. Und dann möchte ich auch noch die englische Version verwirklichen. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Jedenfalls hat Ork mein Leben bereichert und Euch ja offenbar auch Spaß gemacht.